RENATA JAWORSKA im Museum Ratingen:

SUPER Land – SUPER Rheinland

8. September 2018 – 27. Januar 2019 VERLÄNGERT!

Peter-Brüning-Platz 1

40887 Ratingen

Öffnungszeiten Di-So 11.00 – 17.00 Uhr

Renata Jaworska im Museum Ratiingen
RENATA JAWORSKA

Renata Jaworska (1979) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, zuletzt als Meisterschülerin bei Prof. Jörg Immendorff. In Polen geboren, lebt sie seit dieser Zeit in Deutschland. Seit 2017 befasst sie sich verstärkt mit Themen wie Topografie, Karten und Gemarkungen, über die sie sich auch immer wieder mit der Frage der Zugehörigkeit auseinandersetzt. Jaworska konfrontiert malerisch Topografien mit der Wirklichkeit, indem sie die Bewegung der Menschen in die Darstellungen einträgt. Die Formen, die aus der Vorstellung über die Funktion eines Weges entstehen, erhalten dabei eine eigene Realität, die den Prozess der Aneignung markieren. Karten werden sowohl imaginativ als auch real neu gestaltet und zu beherrschtem oder beherrschbarem Gebiet. Die Ausstellung stellt neue Arbeiten der Künstlerin vor, die in wesentlichen Teilen aus der unmittelbaren Auseinandersetzung mit dem Ort und der (Kunst-)Landschaft Rheinland entstanden sind.

Vom 16.-18. November 2018 findet zeitgleich die Art Düsseldorf zum zweiten Mal statt.

Architektenkammer NRW | Künstlergespräch

MARCUS SCHWIER: DUESSELDORF

10. APRIL um 18.00 Uhr

Zollhof 1

40221 Düsseldorf

 

In seiner Ausstellung „Marcus Schwier: DÜSSELDORF“ im Haus der Architekten zeigt Schwier noch bis zum 30. April Auszüge aus acht Fotoserien. Der Fotograf gibt eine exklusive Künstlerführung am 10.04.18, um 18.00 Uhr.

MARCUS SCHWIER: DUESSELDORF
Rheinstadion 2001, Photo Marcus Schwier

„Marcus Schwier ist ein Suchender. Einer, der mit der Kamera dokumentiert und neue Sichtweisen auf die Stadt ermöglicht.“ Dr. Jule Schaffer von der Photografischen Sammlung der SK Stiftung Kultur in Köln zeigte sich am 16. Februar fasziniert von den Fotoserien und der konzeptionellen Vielfalt des künstlerischen Schaffens des Düsseldorfer Fotografen Marcus Schwier.

In seiner Ausstellung „Marcus Schwier: DÜSSELDORF“ im Haus der Architekten zeigt Schwier noch bis zum 10. April Auszüge aus acht Fotoserien, die er zu einzelnen Objekten in den vergangenen zwei Dekaden erstellthat. Einige, wie das Rheinstadion, der Tausendfüßler oder das Studienhaus, sind heute verschwunden, andere haben sich weiterentwickelt.

„Entstanden sind Fotografien von großer emotionaler Dichte“, beschrieb Dr. Jule Schaffer die Wirkung der Arbeiten Schwiers. Die mit Infrarottechnik realisierten, dokumentarisch-poetischen Aufnahmen des leeren Rheinstadions, die kurz vor dessen Abriss entstanden, brächten „sowohl assoziativ die Glorie vergangener Fußballspiele als auch in der Rückschau-atmosphärische Erinnerungsmarker eines nicht mehr vorhandenen öffentlichen Raumes“ hervor.

Marcus Schwier lässt sich in seinem Werk vielfältig beeinflussen. Klare Vorbilder in der Fotografie, so der Künstler anlässlich der Vernissage am 16. Februar im Haus der Architekten im Gespräch mit AKNW-Pressesprecher Christof Rose, habe er nicht. „Mein Studium der Architektur hat mich sicherlich beeinflusst, vor allem aber Künstler wie Erwin Heerichoder Ernst Kasper, die den Raum gestalten.“ Deutlich werden diese Einflüsse beispielsweise in den Aufnahmen von Schloss Benrath, die Sichtachsen und Blickbeziehungen thematisieren; oder in der Serie „round about & straight ahead“ aus dem Jahr 2010, in der Marcus Schwier Sonnenbadende auf den Düsseldorfer Rheinwiesen aus der Halbvogelperspektive ablichtet – und dabei weniger die Menschen als ihre Art und Weise, sich im Raum zu positionieren, beschreibt.

„Die Zusammenschau der Fotoserien aus zwei Dekaden zeichnet auch ein historisches Portrait der Stadt“, erklärte der Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Klaus Brüggenolte, in seiner Einführung. Die Fotos regten dazu an, darüber nachzudenken, was dem Betrachter selbst als Bauwerk beeindrucke, was als essenziell für die Identität der Stadt wahrgenommen werde. „Das ist ein radikal subjektiver Blick, der aber starke Impulse aussendet für eigene Reflexionen.“

Die Ausstellung ist bis zum 30.04.18 kostenfrei im „Haus der Architekten“ zu sehen. Künstlerführung am 10.04.18, 18.00 Uhr. Anmeldung bei der Architektenkammer NRW erbeten.

Künstlerführung | Marcus Schwier : Ravensburg

Der Fotograf Marcus Schwier führt Sie persönlich mit der Direktorin Ute Stuffer durch seine Ausstellung »Marcus Schwier : Ravensburg«.
Ein Jahr lang hat sich Marcus Schwier auf Spaziergängen der Stadt Ravensburg genähert und sein Stadtporträt in Fotografien aufgezeichnet. In der Künstlerführung haben Sie die einmalige Gelegenheit, von Marcus Schwier persönlich zu erfahren, welche Begegnungen, neue Blickwinkel und verborgenen Geschichten sich hinter seinen Bildern verbergen.
Zur Künstlerführung im Kunstmuseum Ravensburg am Mittwoch, 7. März, 17.00 Uhr sind Sie herzlich willkommen

Künstlergespräch mit Künstler Marcus Schwier
Künstlerführung mit Marcus Schwier und der Direktorin Ute Stuffer im Kunstmuseum Ravensburg

 

Künstlergespräch mit Architektur Fotograf Marcus Schwier
Künstlerführung mit Marcus Schwier und der Direktorin Ute Stuffer im Kunstmuseum Ravensburg

 

Künstlergespräch mit Fotograf Marcus Schwier
Künstlerführung mit Marcus Schwier und der Direktorin Ute Stuffer im Kunstmuseum Ravensburg
Künstlerführung mit Marcus Schwier und der Direktorin Ute Stuffer im Kunstmuseum Ravensburg

MARCUS SCHWIER: DÜSSELDORF

Vorwort von Markus Lehrmann | Einführung von Jule Schaffer |
Grupello Verlag, 2018, ISBN 978-3-89978-304-9

Mit 120 Fotos |
144 Seiten, Broschur mit Fadenheftung, Format: 16 x 24 cm |

The photographer Marcus Schwier is known for his architectural shots of metropolises all around the world. Beyond room and space, important constituents of his work are localization and the specifics of a place, town or city, as well as the concepts of home and affiliation.

Marcus Schwier first studied architecture, then he was a student of photography at the art academy, both in Düsseldorf. Here, in his hometown, he continuously produces series of photographs that are continued or finished at other places. The exhibition MARCUS SCHWIER: DÜSSELDORF shows well-known series of photographs as well as numerous works that are to be seen for the first time.

 

MARCUS SCHWIER: DÜSSELDORF bei Duesseldorf Photo

Architektenkammer NRW, Haus der Architekten

17. Februar 2018 bis 30. April 2018

Zollhof 1  | 40221 Düsseldorf

Künstlergespräche:

Dienstag 20.02.2018 um 18.00 Uhr

Dienstag 10.04.2018 um 18.00 Uhr

MARCUS SCHWIER: DUESSELDORF
Rheinstadion 2001, Photo Marcus Schwier
MARCUS SCHWIER: DUESSELDORF
Rheinstadion 2001, Photo Marcus Schwier
MARCUS SCHWIER: DUESSELDORF
Rheinstadion 2001, Photo Marcus Schwier

 

Vom 16.02. – 25.02.2018 findet erstmals Duesseldorf Photo statt. An dem neuen Festival unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Geisel sind neben dem veranstaltenden NRW-Forum u.a. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21, die Düsseldorfer Kunstakademie, KAI10, Haus der Architekten beteiligt. Das Event ist bereits als einer der größten Fotofestival Deutschlands angekündigt. Marcus Schwier zeigt hier aus seiner Serie von Stadtportraits: MARCUS SCHWIER: DÜSSELDORF

Eine Stadt ist ein lebender Organismus, der einem kontinuierlichen Wandel unterliegt. Oftmals geschieht dieser – wie beim Menschen auch – kaum merklich. Und erst, wenn man mit einigen Jahren Abstand erneut zusammentrifft, treten Unterschiede zu früheren Altersstufen deutlich hervor.

Der Fotokünstler Marcus Schwier, der in Düsseldorf lebt und arbeitet, ist bekannt für seine Architekturaufnahmen in Metropolen auf der ganzen Welt. Seine Werke sind regelmäßig in Ausstellungen und Architekturfachzeitschriften zu sehen. Die Verortung, das Ortspezifische, Heimat und Zugehörigkeit sind für Schwier neben dem Raum konstitutive Komponenten seiner Arbeit. Die Reduktion auf das Wesentliche kennzeichnet immer wieder auch die Serien, die Marcus Schwier in seiner Geburtsstadt Düsseldorf angefertigt hat – und die er thematisch oftmals an anderen Orten fortführt.

In seiner Ausstellung MARCUS SCHWIER: DÜSSELDORF stellt der Künstler Fotoreihen zusammen, die – in der Rückschau – wichtige Entwicklungsschritte der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zeigen. Zugleich präsentiert Marcus Schwier neue Werke, die eigens für die Ausstellung im Haus der Architekten entstanden sind. Die Bilder künden in gleicher Weise vom Verschwinden (Studienhaus, Rheinstadion) wie vom Werden. Sie zeigen Momentaufnahmen des urbanen Wandels einer Großstadt, die zugleich Zeitreise und in der Zusammenschau Zeitraffer sind. Zu sehen ist das Kaleidoskop einer Stadt.

Die Rheinische Post berichtet am 20.02.2018 | Lothar Schröder

Das also ist unsere Stadt Düsseldorf. Die Schau von Marcus Schwier in der Architektenkammer ist ein spannendes, irritierendes, unvollkommenes Porträt von Düsseldorf.

Diese Fotos sei nicht mit Hilfe einer Drohne entstanden, so Marcus Schwier. Unaufgefordert sagt er das. Weil bei extremen Vogelperspektive heute jeder gleich an diese surrenden Fluggeräte denkt. Wie aber sonst gerieten die Sonnenhungrigen auf den Rheinwiesen Düsseldorfs in das waghalsige senkrechte Blickfeld des Fotografen? Ganz einfach (oder eben auch nicht so einfach): Mit der Hilfe eines zehn Meter messenden Hochstativs. Eigentlich wollte Schwier Liegende nur eine Woche porträtieren. Dann ist daraus ein ganzer Sommer geworden, der Sommer 2010, in dem die Serie „roundabout straight ahead“ entstand.

Diese Bilder, auf kleinen Podesten ruhend und darum praktisch auf dem Boden liegend, sind das Entrée zur neuen Ausstellung, die ganz einfach so heißt, wie das, was sie zeigt: „Düsseldorf“. Dass die Architektenkammer NRW im Medienhafen eigentlich nicht als Ausstellungshaus konzipiert ist, wird diesmal zum Glücksfall. Denn die hohe, über vier Stockwerke reichende Betonwand im Atrium erweist sich als grandiose Präsentationsfläche. Mit Hilfe von Fassadenkletterern hat Schwier eine gelungene Komposition gefunden: am Boden die Rheinwiesen-Lieger, dann zwei mächtige Bilder des alten Rheinstadions von 2001. Natürlich ist die weite Arena-Schüssel imposant. Der besondere Effekt aber entsteht durch den Infrarot-Film. Ein gleißendes Licht flutet die Arena, und obwohl diese menschenleer ist, scheint der Glanz einstiger Erfolge sichtbar zu werden. An diesem leeren Ort wurde gefeiert und gelitten, gejubelt und getrauert. Noch einmal erinnert dieser Glanz an eine große Vergangenheit, und kündet doch von einer endlichen Zukunft. Wer will, kann in diesen Bildern so etwas wie eine existenzielle Einsamkeit erfahren.

Der Treppengang durchs Haus wird zu einem Weg aufs Dach der Stadt – bis schließlich vom Dreischeibenhaus Blicke auf die Innenstadt fallen, ins dunstige Licht und auf eine Bebauung, die diffus am Horizont im Nichts endet. Eine markante Hochhausbebauung scheint zu fehlen. Stattdessen sieht man den Tausenfüßler da unten, der sich wie eine elegante Schlange seinen Weg zwischen den Häusern zu suchen scheint.

Die Fotos sind über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten entstanden. Sowohl für eine vitale Stadt als auch für die Entwicklung der Fotografie und unserer Wahrnehmung sind das Welten. Alles ist im Wandel, viel in Bewegung. Erinnerung an das, was man Beständigkeit nennen könnte, sind die Fenster-Bilder von Schloss Benrath, die den Besucher auf jeden Treppenabsatz begrüßen. Fast wie ein Gemälde, ein wenig Klassik. Ein zeitloser Trost.

Marcus Schwier ist für diese künstlerische Dokumentation der Stadt ein vielfach Prädestinierter: Er ist 1964 in Düsseldorf geboren, hat dort zunächst Architektur und schließlich bei Ernst Kasper und Erwin Heerich auch an der Kunstakademie studiert. Er bringt neben der Vertrautheit zur Stadt also zwei wichtige Eigenschaften mit: den Blick für die Bedeutung eines Bauwerks und die Freiheit, darin mehr zu sehen als Architektur.

Die Liegenden auf den Rheinwiesen wirken da wie Fremdkörper – aber nur auf den ersten Blick. Denn irgendwann erkennt man, wie geometrisch die verschiedenen Decken zueinander liegen, welche Anordnungen auf den Liegewiesen oft gestaltet werden. Wie Grundrisse von Wohnungen sieht das aus, so Schwier. Dort die Alten, da die Kinder, daneben die Verpflegungstaschen undsoweiter. Die Architektur der Stadt findet sich überall dort, wohin man sieht. Vielleicht, weil wir nach Strukturen suchen und streben. Marcus Schwier hat für uns ungewöhnliche und unerwartete entdeckt.

Wer darum nicht diese sehr ans Herz gelegte Foto-Ausstellung besucht, muss krank, im Urlaub oder Kölner sein.

 

 

MARCUS SCHWIER: FÜRTH – EIN STADTPORTRAIT,

kunst galerie fürth zeigt:

Marcus Schwier, „draußen und drinnen – StadtRaumKörper“

8.4. bis 20.5.2018

Stadtportrait und Architektur Fotografie von Marcus Schwier
Marcus Schwier: Fürth
kunst galerie fürth | Stadtportrait und Architektur Fotografie von Marcus Schwier
Marcus Schwier: Fürth

Urbanität entsteht im reziproken Wechselspiel von Bewusstsein und Architektur, in der Wechselwirkung von innerer und äußerer Stadt, Privatheit und Öffentlichkeit, „Fleisch und Stein“ (Richard Sennett). Den Grad der Urbanität erfassen kann wohl nur der Blick von außen. Der Düsseldorfer Fotograf Marcus Schwier hat sich darauf eingelassen, mit dem Blick des Fremden durch wiederholte Besuche Fürths ein Bild der äußeren Stadt, also ihrer Architektur, aber auch der inneren Stadt, also ihrer Bewohner, zu suchen. Obgleich seine Besuche alle Jahreszeiten abdecken, ist seine Anatomie, ist sein (Quer-)Schnitt mit dem Objektiv eine klassische Momentaufnahme, kein Längsschnitt. Zwei Motivserien werden erarbeitet: Zum einen der Blick auf die Architektur, auf das Weichbild der Stadt, doch in aller Regel nicht ohne den Verzicht auf die Menschen. Und zum anderen der Blick in den Innen- bzw. den Wohnraum und der Versuch, verschiedene Personen in ihrer Privatheit abzubilden. Das Genre der Street Photography wird in seiner intuitiven, spontanen Vorgehensweise auch auf den privaten Innenraum übertragen. Denn banalerweise gibt die Stadt nicht nur gewissermaßen das Klima vor, unter dem sich der Mensch heute bevorzugt entwickeln will, sondern das Klima einer Stadt wird auch geprägt von den Individuen, die sie an sich zu binden versteht

Stadtportrait und Architektur Fotografie von Marcus Schwier
Marcus Schwier: Fürth
Stadtportrait und Architektur Fotografie von Marcus Schwier
Marcus Schwier: Fürth

Marcus Schwier hat Straßen, Häuser, Plätze fotografiert, das Weichbild der Stadt. Und Bewohner der Stadt, die sich freiwillig gemeldet hatten auf einen Aufruf in der Stadtzeitung hin. Mehr als 30 Familien oder Einzelpersonen wurden besucht und in ihrer privaten Umgebung möglichst absichtslos fotografiert.

Anlass für die Ausstellung ist der 200ste Jahrestag der „Erhebung Fürths zur Stadt 1. Klasse im Königreich Bayern“ (1818). Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen mit Texten von Rebecca Suttner, Dr. Christofer Hornstein und Christoph Haupt zum Preis von € 12,- (118 S.).

(c) Hans-Peter Miksch

* Marcus Schwier (1964  geboren in Düsseldorf; 1985 – 1992 Studium Architektur an der Hochschule Düsseldorf; 1993 – 1998 Studium Freie Kunst, Kunstakademie Düsseldorf) ist ein international bekannter und erfolgreicher deutscher Fotograf. In 2018 hat er bereits weitere Stadtporträts gezeigt von Ravensburg (Kunstmuseum Ravensburg vom 27. 01. bis 08.04.2018) und Düsseldorf (Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Haus der Architekten, vom 20.2.2018 bis zum 30.4.2018).

MARCUS SCHWIER (GEB. 1964) IST EINER DER BEKANNTESTEN UND INTERNATIONAL ERFOLGREICHSTEN DEUTSCHEN PHOTOGRAPHEN DER GEGENWART. Seine neue Werkserie mit dem Arbeitstitel „Stadtportraits“ wird als Auftakt im Kunstmuseum Ravensburg vom 27. Januar – 8. April 2018 gezeigt.

Künstlergespräch mit Marcus Schwier: 7. März um 17.00 Uhr

Ein Video gibt einen Eindruck der Ausstellung mit einem Interview mit Marcus Schwier

Kunstmuseum Ravensburg zeigt Marcus Schwier
Marcus Schwier: Ravensburg

Unter dem Ausstellungsformat »Fremde Blicke« im Kunstmuseum Ravensburg wurde der Düsseldorfer Photograph Marcus Schwier eingeladen, die Stadt Ravensburg zu besuchen. Er studierte von 1993 bis 1998 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Ernst Kasper mit dem Schwerpunkt Fotografie, sein Mentor war Erwin Heerich.

Seit über zwanzig Jahren experimentiert Schwier mit dem heute nicht mehr hergestellten Kodak Aerochrom, einem Infrarot-Film, der während des Kalten Krieges entwickelt wurde, um mit Infrarotstrahlen verborgene feindliche Ziele in der Landschaft sichtbar zu machen. Infrarotstrahlung ist für viele weitere Wissenschaften von Nutzen und findet Einsatz etwa in der Chemie, Medizin, Astronomie oder Computertechnik sowie auch in der Kunstwissenschaft. Durch die Strahlung lassen sich tiefer liegende Schichten in Gemälden untersuchen, um Rückschlüsse auf unter Übermalungen verborgen liegende Bilder ziehen zu können.

Fremde Blicke, ein Stadtportrait von Ravensburg von dem international bekannten Düsseldorfer Fotografen Marcus Schwier
Kunstmuseum Ravensburg zeigt „Marcus Schwier: Ravensburg“

Schwier untersucht mittels des Kodak Aerochrom Verfahrens jedoch keine Kunstwerke, sondern nutzt diese Technik, um die Welt zu erkunden. Für »Fremde Blicke« streift er gemäß eines Flaneurs durch Ravensburg. Bei seinen Spaziergängen geht es ihm jedoch nicht darum, der Langsamkeit zu fröhnen, wie es für die Flaneure der Pariser Bourgeoisie laut Walter Benjamin im 19. Jahrhundert schicklich war, sondern auf der Suche nach Begegnungen, verborgenen Geschichten und Blickwinkeln hält er seine Reflexionen direkt in Fotografien fest und schafft so eine Aufmerksamkeit für Ansichten, die uns entgehen, wenn wir schnelllebig von einem Ort zum anderen eilen. Die im Rahmen des Projektes »Fremde Blicke« mittels der Technik der Infrarotfotografie entstandenen Ansichten aus Ravensburg überraschen: Straßen, Plätze sowie Architekturen erscheinen auf eindrucksvolle Art und Weise in ihrer Farbgebung oder in ihren Hell-Dunkel-Kontrasten verändert. Das Gewohnte erscheint surreal und bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. 1938 notierte der Maler Max Beckmann in seinem Tagebuch: »Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist es einmal gesagt hat: >Willst du das Unsichtbare fassen, dringe, so tief du kannst, ein – in das Sichtbare<«. Mit der Technik der Infrarotfotografie gelingt Marcus Schwier dies auf atemberaubende Art und Weise. Seine Fotografien führen uns im wahrsten Sinne vor Augen, dass auch unsere Wahrnehmung uns nur einen Bruchteil der »Realität« abbildet. So lassen seine Fotografien nicht nur die Grenzen unserer Wahrnehmung sichtbar werden. Seine Streifzüge führen Schwier auch an Orte, die zwar im kollektiven Gedächtnis erinnert werden, sich aber meist hinter verschlossenen Türen befinden. Er folgt den für die Stadtstruktur prägenden Wasserläufen aus dem Stadtzentrum heraus und erlangt Einblicke hinter die Kulissen, wie etwa in die Produktionshallen von ortsansässigen Industrien. Seine Werke bieten einmal mehr die Möglichkeit, die Physiognomie der Stadt bewusster zu erfassen und mit den Augen des Fotografen neu zu sehen.

Fremde Blicke, ein Stadtportrait von Ravensburg von dem international bekannten Düsseldorfer Fotografen Marcus Schwier
Kunstmuseum Ravensburg zeigt „Marcus Schwier: Ravensburg“

Die von Marcus Schwier mittels Infrarottechnik in ihren Farben und Kontrasten surreal verfremdeten Fotografien treffen im Kunstmuseum bis April 2018 auf rund 70 farbgewaltige Malereien des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff. Diese besondere, von Dr. Nicole Fritz initiierte, Zusammenstellung ist durchaus gewollt und soll über die Einzelpositionen hinaus bei den Besuchern weitere spannende Beobachtungen anregen.

Text: Kunstmuseum Ravensburg

Fremde Blicke, ein Stadtportrait von Ravensburg von dem international bekannten Düsseldorfer Fotografen Marcus Schwier
Kunstmuseum Ravensburg zeigt „Marcus Schwier: Ravensburg“

Tour de France

Datacolor Friend with Vision Marcus Schwier mittendrin statt außen vor – hautnah

 Der Grand Départ der diesjährigen Tour de France Ende Juni in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf war ein Großereignis der besonderen Art. 30 Jahre nach dem letzten Tourstart im damals noch geteilten Berlin 1987 begann das größte Fahrradrennen der Welt wieder in Deutschland.

Unser Friend with Vision Marcus Schwier hatte als Düsseldorfer Fotograf die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und verschiedene Stationen fotografiert. Dabei hat er als Künstler der besonderen Atmosphäre seinen Tribut gezollt, indem er sie auch auf eine ganz besondere Art fotografisch festgehalten hat.

Ganz im Stil der alten Meister und entgegen des sonst für die Sportfotografie so typischen Einsatzes von extrem langen Telebrennweiten, entschied er sich bewusst für eine kurze Brennweite. Wie sagte schon Robert Capa, Mitbegründer der Agentur Magnum: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“

Nah genug dran war Marcus auf alle Fälle und so konnte er Vorbereitung, Montage und Paddock fotografisch begleiten. Er hatte bis hin zum Einfahren und dem Start der Tour uneingeschränkten Zutritt hinter die Kulissen.

Unprätentiös unterwegs mit seinem 50mm Normalobjektiv, damit er die Rennatmosphäre der Tour de France so darstellen konnte wie man sie selbst sehen und erleben würde, legte Marcus großen Wert auf das „Normale“.

Für seine intuitive Fotografie verwendet er eine Messsucherkamera. Bei seinen Aufnahmen wird nichts gestellt, nichts wird wiederholt und es ertönt keine Stimme aus dem Off. Stattdessen steht er immer mittendrin und wartet auf den richtigen Augenblick. Diese Kameraart hat den Vorteil, dass das Sucherbild einen Rahmen hat und so sieht der Fotograf eben auch jederzeit genau, was außerhalb der eingerahmten Aufnahme passiert und kann entsprechend antizipieren.

Marcus Schwier ermöglicht uns auf diesem Wege einen Blick auf die Tour de France, die in diesem Falle alles andere als „normal“ ist. Seine Fotografien werden schon direkt schwarz-weiß erstellt. „Schwarz-Weiß-Fotografie ist demokratisierend“, so Schwier. „Damit schaut nicht jeder gleich auf das gelbe Trikot, sondern lässt sich auf Formen, Bildaufbau und die herrschende Atmosphäre ein.“ Bildausschnitte, Helligkeit und Kontraste – neben der Entscheidung für schwarz-weiß – sind somit schon der bei der Aufnahme festgelegt und werden nicht, wie sonst durchaus üblich, in der Bildbearbeitung im Nachgang determiniert. Feinheiten werden, wie früher in der Dunkelkammer üblich, angepasst.

Dabei sind zahlreiche Bilder entstanden, die wir euch nicht vorenthalten möchten – mittendrin statt außen vor – hautnah.

Marcus widmete sich als erstes den Schraubern, die in ihren Montagebussen vor den erstklassigen Hotels, in denen sich die Sportler aufhielten, über ganz Düsseldorf verteilt waren – von der Innenstadt bis hin zum Flughafen. So hatte er einiges an Strecke zurückzulegen. Mit dem Radsport verbindet Marcus ohnehin einiges, kaufte er sich doch sein erstes Rennrad, für das er die ganzen Sommerferien hindurch arbeitete, im Alter von 16 Jahren. Heute steht sein Keller voller Räder und in seiner Freizeit schraubt Marcus immer mal wieder an ihnen herum – daher vielleicht auch die Affinität zu den Schraubern der Tour de France?!

Als nächstes ging es für Marcus thematisch ans Zeitfahren. Die Fahrer, meist mit Kopfhörern in den Ohren, waren hoch konzentriert und völlig in sich gekehrt.

Marcus’ Aufnahmen sind eine Mischung aus Gesamtansichten und Details, wie auch die folgenden Aufnahmen aus der Start-Box. Die Seitenansicht des Fahrerbeins lässt schon erahnen welche Kraft in ihnen steckt. Tatsächlich erlebte Marcus aus nächster Nähe wie hoch der Antrieb tatsächlich war, denn das Hinterrad drehte bei den feuchten Straßenbedingungen durch.

Auch in diesen Bildern zeigt sich wieder die Reduktion aufs Wesentliche, die Marcus Arbeit, unabhängig vom jeweiligen Sujet, auszeichnet. Seine Fotografie ist dabei dokumentarischer Natur, aber es wirkt dennoch fast so, als wäre alles detailliert arrangiert worden.

Entsprechend seiner Bildidee wählt er sein Material im Voraus aus und bei Aufnahmen wie diesen ist es besonders wichtig, sich möglichst unauffällig zu verhalten und den Rennablauf nicht zu stören. Hierbei ist geräuscharmes Equipment hilfreich. Sein 50mm Objektiv hatte er demnach von Anfang an montiert, er führte zur Sicherheit als Ergänzung aber zwei weitere Objektive und eine zusätzliche Kamera mit – schließlich benötigt man einen Plan B für den Fall, dass die ursprüngliche Bildidee vor Ort nicht so umsetzbar ist wie gedacht. Man muss also reagieren können, beispielsweise weil man erst on location erkennt, dass man doch mehr tele- oder weitwinkelartige Aufnahmen benötigt. Marcus war also mit leichtem Zusatzgepäck unterwegs, was sich bei den Menschenmassen, die die Tour de France als Zuschauer erleben wollten, als überaus praktisch erwies. Seine ursprüngliche Bildidee war wie gedacht realisierbar, so dass sein zusätzliches Equipment in der Tasche bleiben durfte.

Weiter ging es zum Zieleinlauf des Zeitfahrens.. Die anwesenden Fotografen standen mit ihren langen Brennweiten an den ihnen zugewiesenen Plätzen und haben die typischen Sportfotografieaufnahmen gemacht. Somit entschied unser Friend with Vision sich dafür, den Fahrer zwischen Fotografenmeute und Zuschauern einzurahmen. Die gesamte Atmosphäre in Düsseldorf, geprägt durch ein sehr gemischtes, internationales Publikum, war etwas ganz besonders.

Zu guter Letzt dokumentierte er den Massenstart zum Rennen nach Lüttich über 202 km. Auch hier wählte er wieder eine ungewöhnliche Perspektive inmitten der Fahrer:

Als sich die Fahrermassen aus der Landeshauptstadt bewegt hatten und mit ihnen auch die durchweg französischen Ordner Düsseldorf verließen, erstarb das stets freundliche „Bonjour“ des Tour de France Teams auf den Straßen und der Hauch Frankreichs, der für wenige Tage am Rhein herrschte, verflüchtigte sich wieder.

Auf die Frage hin, wo er thematisch im Rahmen der Tour de France noch fotografische Herausforderungen sieht, antwortet Marcus: “Porträts finde ich noch ganz spannend. Viele andere Fotos scheinen austauschbar oder sind medial bereits bestens aufbereitet. „Zuschauer sind interessant für mich und natürlich auch Porträts der Fahrer beim Zieleinlauf, aber gerade letzteres ist nicht ganz einfach zu organisieren.“

Wer weiß?! Marcus liebt ja die Herausforderung und vielleicht begeistert er uns demnächst mit ungewöhnlichen Porträtaufnahmen vom Rande der Tour…

Wer dem Rausch der Tour de France verfallen ist und, vielleicht sogar, inspiriert durch Marcus Schwiers Bilder, ungewöhnliche Perspektiven des Radsports liebt, hat noch bis zum 30. Juli die Gelegenheit, die Ausstellung „MYTHOS TOUR DE FRANCE“ des NRW Forum Düsseldorf anzusehen: https://www.nrw-forum.de/ausstellungen/mythos-tour-de-france

Über Marcus Schwier:

Marcus Schwier zählt zu einem der renommiertesten Architekturfotografen. Neben diesem weiten Feld beschäftigt er sich thematisch auch immer wieder mit anderen fotografischen Genres. Seine Arbeiten werden in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, seine Architekturfotos werden kontinuierlich in Magazinen veröffentlicht. Allein dieses Jahr stellte er zum Duesseldorf Photo Weekend sowie im Anschluss in Schloss Benrath aus. Zudem waren Marcus’ Werke im Kunstmuseum Singen und in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen (zusammen mit Gerhard Richter, Andy Warhol etc.) zu sehen. Über weitere Ausstellungen halten wir euch auf dem Laufenden. Mehr über Marcus Schwier: http://marcusschwier.net oder www.original-photos.de

 

Tour de France

Datacolor’s Friend with Vision right in the middle of it all – close up and personal

The Grand Départ of this year’s Tour de France in Düsseldorf (North Rhine-Westphalia, Germany) at the end of June was a very special happening. 30 years after the last start in Berlin 1987, which was back then a city still parted by the Berlin wall, the worlds biggest bicycle race got started in Germany again.

Our Friend with Vision, Marcus Schwier, a professional photographer based in Düsseldorf, had the chance to take a look behind the scenes. Being an artist, he paid tribute to the special atmosphere by choosing a very special way of photographing it.

Reminiscent of the old masters of photography and on contrary to the typical use of long telephoto lenses usually used for sports photography, Marcus picked a wide-angle lens on purpose. Like Robert Capa, co-founder of Magnum, once said: „If your pictures aren’t good enough, you weren’t close enough“

And close enough he was. Marcus was able to take pictures of preparations, mounting and paddock. Even until the running-in and the start of the Tour he was able to move around freely behind the scenes.

Being around with his 50mm lens unpretentiously, he wanted to be able to capture the racing atmosphere of Tour de France in a way anybody would be able to see and experience it – his focus was on capturing what’s „normal“.

For his intuitive way of photography he used a rangefinder camera. For his images nothing was previously set-up, nothing was being repeated and nobody gave instructions. Instead, he was right in the middle of things, waiting for the perfect moment. Using this kind of camera offers the advantage of having a frame for the viewfinder. This way, the photographer is able to see what’s happening around him while framing the scene, which allows for anticipation of what will be happening next.

This is why Marcus Schwier allows us to take a look at Tour de France that isn’t what you’d usually get to see. His photographs were taken in black and white right from the beginning. „Black & White Photography is democratizing“, says Marcus. „This way you’re not looking at the yellow jersey immediately, but are open to letting form, image layout and the overall atmosphere sink in.“ Image crops, brightness and contrasts as well as the decision to go for black & white images were determined before taking the image and were not chosen during the process of editing the images afterwards. Fine-tuning is the only thing happening in the darkroom, just the way it used to be done.

The results are several images we’d like to show you as they convey the feeling of being right in the middle of things.

First, Marcus paid attention to the mechanics in their workshop busses in front of all the first class hotels the cyclists stayed at all over Düsseldorf, from the city center right to the airport. This resulted in lots of mileage for Marcus. He’s pretty entangled with cycling anyway, as he bought his first racing bike at the age of 16, paying it with everything he earned during a summer job while he was still in school. Today, his basement is full of bikes and he likes working on them in his spare time – this might well be the reason for his affinity to the mechanics of Tour de France.

Then Marcus worked on the topic of time trials. The cyclists, most of the time equipped with headsets, were highly focused and self-absorbed while listening to music.

The images Marcus created are a mixture of overviews and details, much like the following images from the starting box. The side-view of the cyclists’ leg gives an impression of the power they contain. Marcus was able to witness their impulse as the wet streets caused an incredible back wheel spin.

These images also show a reduction to the essentials that are typical for Marcus, no matter the subject he works on. His photography is documentary, but at the same time leaves the impression everything has been set-up and pre-arranged.

He chooses his material up front in accordance with his idea of the image. For images like these it’s extremely important to act unobtrusively and not to disturb the course of the race. Low-noise photo equipment is very helpful. His 50mm lens was mounted from the beginning to the end, but just for his own peace of mind he had two other lenses with him, as well as a backup camera. You just need a plan B in case your original ideas of taking the images wouldn’t work out for numerous reasons. One has to be able to react, in case you only notice on location that wide angle shots don’t work out. Overall, Marcus was carrying only some extra equipment, which turned out to be the right choice as there were loads of people wanting to view the Tour de France as spectators. Luckily he was able to realize his idea of wide-angle images, so his extra equipment remained untouched.

Marcus then focused on the race towards finish line. The other photographers were using long telephoto lenses, stood where they were told to stand and took the obvious sports images. That’s when Marcus decided to frame the cyclists in between the pack of photographers and the spectators. The vibe in Düsseldorf was something very special due to the public from all over the world.

Last but not least, Marcus captured the mass start of the 202 km long race to Liège, Belgium. Again, he chose an unusual perspective right in between the cyclists:

When the cyclists had left Düsseldorf as well as all the French security members, there was no friendly “Bonjour” to be heard in the city anymore, no more “touch of France” to be felt, which the Tour de France had brought to Düsseldorf temporarily.

Being asked where he still sees photographically challenging topics in regard to the Tour de France he replies: „Portraits are tempting to me. Other images seem to be replaceable and already well processed by the media. Spectators are interesting and also portraits of cyclists crossing the finish line, with the latter being particularly hard to organize.”

Who knows?! Marcus loves a challenge and might thrill us with unconventional portrait images from the tour in future.

If you’re enchanted by Tour de France, inspired by Marcus Schwier’s images or just love uncommon perspectives of cycling, you still have the chance to visit the exhibition „MYTHOS TOUR DE FRANCE“ at NRW Forum in Düsseldorf until July 30th: https://www.nrw-forum.de/en/exhibitions/mythos-tour-de-france

About Marcus Schwier:

Marcus Schwier is a renowned architectural photographer. Next to architecture he focuses on other photographic genres as well. His work is being published in national and international exhibitions, his architecture images are constantly being published in magazines. This year he already exhibited his images during the Duesseldorf Photo Weekend and at Schloss Benrath. His work was also displayed at the Museum of Art in Singen and at the Ludwig gallery at Oberhausen Castle (in an exhibition with images of Gerhard Richter, Andy Warhol and others). We’ll keep you posted about other exhibitions. More about Marcus Schwier: http://marcusschwier.net or www.original-photos.de

Eine Ausstellung des Kunstvereins Singen im Kunstmuseum Singen

Internationaler Museumstag

„Spurensuche 7 + 7 – Singenkunst“

21. Mai – 2. Juli 2017

Marcus Schwier stellt aus bei Singenkunst: Spurensuche 7 + 7 im Kunstmuseum Singen
Marcus Schwier im Kunstverein Singen 2017
Marcus Schwier stellt aus bei Singenkunst: Spurensuche 7 + 7 im Kunstmuseum Singen
Marcus Schwier im Kunstverein Singen 2017
Marcus Schwier stellt aus bei Singenkunst: Spurensuche 7 + 7 im Kunstmuseum Singen
Marcus Schwier im Kunstverein Singen 2017
Renata Jaworska stellt aus: Spurensuche 7+7 im Kunstverein Singen / Kunstmuseum Singen
Renata Jaworska im Kunstverein Singen

Zur „SingenKunst 2017“ eingeladen sind „die Neuen“:

Barbara Amts, Willi Bücher, Katrin Günther, Renata Jaworska, Giovanni Proietto, Marcus Schwier, Veronique Verdet,

sowie jene 7, die für den Kunstverein Singen bereits Jahresgaben schufen:

Barbara Ehrmann, Harald F. Müller, Miriam Prallt, Stefanie Krüger, Peter Rief, Albert Richard Poriger Simone Kappeler

 

Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag: 14-18 Uhr

Samstag+Sonntag: 11-17 Uhr

Feiertag: wie Wochentag

 

Kunstmuseum Singen

Ekkehardstr. 10

D 78224 Singen (Hohentwiel)

 

Seit vielen Jahren stellt der Kunstverein Singen Positionen zeitgenössischer Kunst aus dem westlichen Bodenseeraum im Rahmen seiner gut eingeführten, alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsreihe >SingenKunst< der interessierten Öffentlichkeit und seinen Mitgliedern vor. Der aktuelle Untertitel >Spurensuche 7 + 7< verdeutlicht das Bestreben des Vereins, zum Vorstandswechsel den Blick sowohl zurück als auch nach vorn auszurichten. >Spurensuche 7 + 7< zeigt an, dass sieben „Ehemalige“ eingeladen wurden, die exklusiv für den Kunstverein in den letzten Jahren Jahresgaben gestaltet haben. Zugleich sind sieben weitere Künstler eingeladen, deren künstlerische Werke noch nie in Singen vorgestellt wurden. Die Eröffnung der >SingenKunst 2017< bildet die Auftaktveranstaltung zum >Internationalen Museumstag<, der am 21. Mai 2017 in allen Singener Museen ganztags mit einem interessanten Programm begangen wird – auch das ein schönes Zeichen für die bewährte Zusammenarbeit des Kunstvereins mit dem Kunstmuseum Singen und der gesamten Kunstszene in der Region. Die Reihe >SingenKunst< startete 2002; seit 2009 wird sie in einem Format gezeigt, das nun, 2017, fortgesetzt und variiert wird. In der 7. Ausstellung >SingenKunst< zeigen insgesamt 14 Künstler und Künstlerinnen – zwölf aus Deutschland, ergänzt um je eine Vertreterin aus der nahen Schweiz und Vorarlberg – ihre aktuellen, teilweise mehrteiligen oder raumgreifenden Arbeiten. Es ist das Anliegen der >SingenKunst<, der interessierten Öffentlichkeit das künstlerische Potential aus und in der Region „Westlicher Bodenseeraum“ und eine Qualität vor Augen zu führen, die weit über die Region hinausstrahlt. Der Begriff >Region< wird bewusst als offener Vereinbarungsbegriff aufgefasst. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

MARCUS SCHWIER PHOTOGRAPHY

4. Februar bis 26. März 2017

Schloss Benrath

Benrather Schlossallee 100-106

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr

Künstlergespräch: 19.2.2017 um 15.00Uhr

Nacht der Museen: Samstag 25. März 2017 um 19.00 – 02.00 Uhr

Schloss Benrath Duesseldorf Photo Weekend
MARCUS SCHWIER PHOTOGRAPHY
Schloss Benrath Duesseldorf Photo Weekend
MARCUS SCHWIER PHOTOGRAPHY

Flyer_Schwier

Einführung durch Prof. Dr. Stefan Schweizer

„Mit Marcus Schwier stellen wir einen Fotografen aus, der seit zwei Jahren eng mit der Stiftung verbunden ist. Seine ersten Benrath-Aufnahmen fanden Eingang in den Katalog der Ausstellung Sehenswert 2015, ehe er sehr detailliert die gesamte Schloss und Park-Anlage über ein Jahr lang für unser im Herbst bei Hatje-Cantz erschienenes Buch zu Schloss und Park fotografierte. Im Zuge dessen konnten wir auch die Vielfalt des fotografischen Oeuvres von Marcus Schwier studieren und Schritt für Schritt entwickelte sich die Idee zu dieser Ausstellung.

Wenn der Titel schlicht Photography lautet, dann ist das nicht großspurig gemeint, aber generalistisch ganz bestimmt, denn Schwier widmete sich nicht nur einer großen Bandbreite an Themen, von Architektur- und Landschaftsfotografie, mit einer gewissen Neigung zu Interieurs und kultivierten Landschaften, bis zur Ausstellungs- und Messefotografie und der Arbeit mit Langstativen, sondern reflektiert dabei immer auch den Status von Fotografie als bildkünstlerischem Verfahren. Müßig zu erwähnen, dass der technische Standard hoch ist – von Klein-, über Mittel bis Großformatfotografie, von analog bis elektrisch; für die Firma Voigtländer posierte er gar als Posterboy, wenn ich das so sagen darf.

Von Anfang an hieß es, eine Auswahl an Themenkomplexen bilden und so haben wir uns auf fünf Serien konzentriert, die zum Teil auch mit Themen unserer Häuser – insbesondere der Geschichte von Garten- und Landschaftskultur korrelieren. In der Regel definiert die künstlerische Serie Themen gleichsam durch, versucht sie in ihrer Vielfalt zu erfassen und dabei zugleich das Typische herauszuschälen. So beschäftigt sich Schwier in der Serie GREENHOUSE / AGRICULTURE mit Gewächshäusern, also einer Art Hybridarchitektur an der Grenze von Natur und Kultur. Dient Architektur ganz grundlegend der menschlichen Behausung, so stellt man seit ca. 500 Jahren Pflanzenbehausungen her, für Pflanzen im übrigen, die dieser Häuser gar nicht bedürfen. Notwendig werden sie erst, wenn man Natur außer Kraft setzt, was einerseits heißt, Pflanzen in Klimazonen zu kultivieren, in denen sie eigentlich nicht wachsen, und andererseits, wenn man mit ihnen die Jahreszeiten überbrücken und damit die Vegetationsphasen manipulieren will. Wem das zu stark klingt, der mag etwa die Stadtbäckerei in Benrath besuchen, die in dieser Woche Rhabarber-Erdbeerschnitten im Angebot hatte – Anfang Februar! Wir sind längst mit Konzepten des ökologischen Fußabdrucks oder der Ökobilanz vertraut, wir wissen eigentlich, was es heißt, im Winter Spargel zu essen oder in Düsseldorf frische Austern zu bestellen. Diese Problematik unseres permanenten Selbstbetrugs verdichtet Schwier in seinen Fotografien: Salatköpfe in Glashäusern in Reih- und Glied gesetzt, Folienlandschaften, künstliche Bewässerung, die Wasserknappheit an anderer Stelle hervorruft. Das Gewächshaus stilisiert er zum Leitbild der industrialisierten Landwirtschaft, unseres Versagens, uns tatsächlich nachhaltig zu ernähren.

Auch die überwiegend in Nord- und Südamerika entstandene Serie zielt auf das Typische, wobei wir uns manchmal fragen, wie entsteht eigentlich ein Eindruck des Typischen: Der Eindruck eines Ortes wird ganz maßgeblich von unseren Lichteindrücken bestimmt, ein Umstand, der durch die Erfahrung von Dunkelheit noch einmal verstärkt wird. Die Vielfalt spezifischer Beleuchtungen ist unendlich: Wer denkt bei Belgien nicht an die des Nachts fahlgelb beleuchteten Autobahnen, wer vergisst jemals das Erlebnis weißer Nächte in Skandinavien oder die hell erleuchtet Skyline Manhattans? Marcus Schwier ergründet dieses Potential seit Jahren in seinen auch fototechnisch herausfordernden Nachtaufnahmen. Seine Fotografien verweisen auf das eigentliches Thema der NIGHSHOTS: das Verhältnis von Licht und Raum. Schwier setzt die jeweilige Lichtsituation ein, um Licht als eine Räume auf das Wesentliche reduzierende Instanz zu charakterisieren. Die Künstlichkeit der Aufnahmesituation verändert das Bewusstsein für die Umgebung, so dass oft der Eindruck einer Inszenierung entsteht, von verwaisten Drehorten oder gar von Bühneninszenierungen.

Licht ist auch ein maßgeblicher Faktor für die Interieurserien. Schwier interessierte sich bereits am Beginn seiner Laufbahn für Interieurs, für die er in jüngster Zeit gefeiert wurde – ich erinnere an die in Nürnberg und Düsseldorf im letzten Jahr gezeigte Ausstellung Interieurs. Am Beginn standen Aufnahmen im Inneren der ehrwürdigen Düsseldorfer Kunstakademie. Die fotografische Erschließung von Fluren, Treppen und Räumen bildete nicht nur eine erste fotografische Selbstvergewisserung, sondern operierte ausschließlich mit Tageslicht und dessen gestalterischer Kraft. Später entstehen daraus regelrechte fotografische Gebäudeabwicklungen.

Von Beginn an interessiert Schwier besonders die klassische Moderne – von Mies van der Rohe über Le Corbusier bis hin zu Oscar Niemeyer: Weiße Wände, spröde Materialien, funktionales Design und ineinander fließende Räume. Sein Blick ergründet großräumliche Konstellationen ebenso wie Details – Handläufe, Fensteröffnungen, Wandecken, Lampen.

Von der Architektur weg führen schließlich zwei Serien, die formal große Ähnlichkeit besitzen, sich aber in ihrer Brisanz nicht deutlicher voneinander unterscheiden könnten: Beide Komplexe ROUNDABOUT & STRAIGHT AHEAD sowie CTRL-Space entstanden mit Langstativen bis zu 6 Metern Höhe

Der widersprüchliche Titel ROUNDABOUT & STRAIGHT AHEAD verweist schon auf das Thema räumlicher Konfigurationen. Entstanden 2010 an mehreren Wochenenden auf den Düsseldorfer Rheinweisen und am Rheinstrand, trat Schwier zunächst mit den sich dort sonnenden oder irgendwie relexanden Personen in Kontakt und fragte, ob er sie fotografieren dürfe. In der Regel gaben sie ihr Einverständnis und so konnten sie von oben so aufgenommen werden, wie sie sich zum Sonnen, Spielen, Unterhalten und Lesen auf die Wiesen platziert hatten.

Zunächst verstört die ungewohnte und die Intimsphäre scheinbar übertretende Aufsicht. In der Tat eröffnet Schwier dem Voyerismus des Betrachters eine neue Welt. Inmitten des öffentlichen Raums fängt er tatsächlich einen privaten Bereich ein, dessen Grenzen Fahrräder, achtlos platzierte Schuhe und andere Gegenstände rund um die Liegefläche aus Decken und Badetüchern eingrenzen. In der Selbstkonfiguration separieren sich Paare untereinander oder von begleitenden Singles. In den Arrangements ganzer Familien vermag man sogar  die Struktur einer Wohnungseinteilung erkennen. Schwiers Aufnahmen legen soziale Strukturen offen, sie zeigen, wie Privatsphäre inmitten des öffentlichen Raums entsteht, die man nur in der Vereinzelung wahrnimmt. Dieser gleichsam soziologische Blick – man denkt unwillkürlich an die Feinen Unterschiede Pierre Bourdieus, der nachwies, wie sich ästhetische und stilistische Präferenzen entlang von Klassen- und Schichtengrenzen, d.h. als Resultat von sozioökonomischem Status bilden.

In der abschließend gezeigten Serie CTRL-Space werden Werke präsentiert, die aus ähnlicher Perspektive aufgenommen, ein weit weniger heiteres Problem thematisieren. Die Stativhöhe verweist nun auf die mittlerweile allgegenwärtigen Videokameras an deren Blickpunkte sie sich orientieren und thematisiert damit fotografisch das mittels Überwachungstechnik generierte Bild der Welt.

Die Aufnahmehöhe von circa sechs Metern könnte uns ja vertraut vorkommen, wenn wir uns aufmerksamer im öffentlichen Raum bewegen würden. Schwiers Referenz ist nämlich die übliche Position von Überwachungskameras. Sie sind so allgegenwärtig, wie die von Schwier fotografierten Aufnahmen beiläufig erscheinen. Die Simulation der Überwachung durch den Fotografen ermöglicht es den Betrachtern, einer Situation gewahr zu werden, der sie täglich ausgeliefert sind. Der öffentliche Raum, dies veranschaulichen die Fotografien von urbanen Brennpunkten, ist heute der visuell überwachte Raum. Schwiers kunstvolle Beiläufigkeit wirft zudem Fragen auf. Bilder werden für Betrachter produziert. Was aber geschieht mit den Millionen von Bildern und Sequenzen aus den Überwachungskameras? Wer bekommt sie unter welchen Umständen zu sehen? Marcus Schwier thematisiert mit seiner Serie nicht weniger als das fotografisch mittels Überwachungstechnik generierte Bild unserer Welt.“